Retinaatrophie (cord1-PRA)
Gentest Progressive Retinaatrophie (cord1-PRA) beim English Springer Spaniel, Langhaar-Zwergdackel und Kurzhaar-Zwergdackel
cord1-PRA: Die Erkrankung
Die cord1-PRA ( Cone-rod dystrophy 1 ) ist eine Erkrankung der Netzhaut
(Retina) des Auges. Die Netzhaut ist eine Schicht von spezialisiertem
Nervengewebe an der hinteren Innenseite des Auges. Man unterscheidet in
der Netzhaut zwei Photorezeptortypen: Stäbchen und Zapfen. Die Stäbchen
sind spezialisiert auf die Signalaufnahme im Dämmerlicht. Die Zapfen
dagegen sind zuständig für die Verarbeitung des Tageslichts und für das
Farbensehen. Eine Zerstörung der Netzhaut führt zu einem
fortschreitenden Verlust der Sehkraft und letztlich sehr häufig zu
völliger Blindheit. Zur Zeit gibt es keine Behandlungsmethode für diese
Erkrankung.
Während es bei den meisten anderen vererbbaren Erkrankungen der
Netzhaut zuerst zu einer Zerstörung der Stäbchenzellen und nachfolgend
zu einer Zerstörung der Zapfenzellen der Retina kommt, ist für die
cord1-PRA der frühzeitige Verlust der Zapfenzellen der Netzhaut
charakteristisch. Die ersten klinischen Symptome der cord1-PRA können
im Alter von sechs Monaten auftreten, manche genetisch betroffenen
Hunde zeigen allerdings auch in höherem Alter keine sichtbaren
klinischen Symptome. Der Besitzer oder Züchter bemerkt demnach keine
Auffälligkeiten im Verhalten des Tieres und ist ahnungslos, dass der
Hund die Mutation an seine Nachkommen weitergeben kann.
Die Diagnose von Netzhauterkrankungen beim Hund ist oft schwierig. Der
cord1-PRA Gentest ist sehr hilfreich für eine gesicherte Diagnose
dieser Krankheit.
cord1-PRA: Die Mutation und der Erbgang
Die cord1-PRA wird autosomal-rezessiv vererbt. Das bedeutet, daß ein
Hund nur erkrankt, wenn er je ein betroffenes Gen von Vater und Mutter
erhalten hat. Es müssen also sowohl Vater- als auch Muttertier das
mutierte Gen tragen. Träger, d.h. Tiere mit nur einem betroffenen Gen,
können zwar selbst nicht erkranken, geben aber die Erbanlage mit einer
Wahrscheinlichkeit von 50% an ihre Nachkommen weiter. Bei der
Verpaarung von zwei Trägern besteht die Gefahr, daß die Nachkommen von
der Erkrankung betroffen sind. Deshalb sollte niemals ein Träger mit
einem anderen Träger verpaart werden.
Es gibt drei Genotypen:
1. Genotyp N/N (homozygot gesund): Dieser Hund trägt die Mutation
nicht und hat ein extrem
geringes Risiko an cord1-PRA zu erkranken. Er kann die Mutation nicht
an
seine Nachkommen weitergeben.
2. Genotyp N/PRA (heterozygoter Träger): Dieser Hund trägt eine
Kopie des mutierten Gens.
Er hat ein extrem geringes Risiko an cord1-PRA zu erkranken, kann die
Mutation aber mit
einer Wahrscheinlichkeit von 50 % an seine Nachkommen weitergeben. Ein
solcher Hund
sollte nur mit einem cord1-PRA mutationsfreien Hund verpaart
werden.
3. Genotyp PRA/PRA (homozygot betroffen): Dieser Hund trägt zwei
Kopien des mutierten Gens
und hat ein hohes Risiko an cord1-PRA zu erkranken. Er wird die
Mutation zu 100 %
an seine Nachkommen weitergeben und sollte nur mit einem
cord1-PRA
mutationsfreien Hund verpaart werden.
cord1-PRA: Der DNA Test
Ein DNA Test ermöglicht den direkten Nachweis der verantwortlichen
Mutation. Die DNA-Analyse ist unabhängig vom Alter des Tieres möglich
und kann bereits bei Welpen durchgeführt werden. Es ist nicht nur eine
Unterscheidung von betroffenen und mutationsfreien Tieren möglich, mit
Hilfe des Gentests können auch klinisch unauffällige Träger
identifiziert werden, was für die Zucht von großer Bedeutung ist. Um
eine maximale Testsicherheit zu bieten, erfolgt die Untersuchung jeder
Probe in zwei voneinander unabhängigen Testansätzen.
Weitere Auskünfte erhalten Sie gerne bei
Frau Dr. Petra Kühnlein oder Frau Dr. Ines Langbein-Detsch
LABOKLIN GmbH und Co.KG
Steubenstraße 4
D-97688 Bad Kissingen
Tel. 0971 /72020 oder Fax: 0971 / 7202995


