Exercise Induced Collapse (EIC)
Gentest für den Exercise Induced Collapse (EIC) beim Labrador Retriever
Gentest für den Exercise Induced Collapse (EIC) beim Labrador
Retriever
Der Exercise Induced Collapse (EIC) ist eine neuromuskuläre Erkrankung,
die beim Labrador Retriever und eng verwandten Rassen auftritt.Bisher
wurde die Mutation bei Labrador, Chesapeake-Bay- und
Curly-Coated-Retrievern nachgewiesen.
Vor kurzem wurde die für EIC verantwortliche Mutation im DNM1-Gen von
der Arbeitsgruppe um Prof. James Mickelson an der University of
Minnesota gefunden. LABOKLIN konnte die exklusive Lizenz für den
EIC-Gentest erwerben und besitzt somit das alleinige Untersuchungsrecht
in Europa.
EIC: Die Erkrankung
Die ersten Anzeichen eines Exercise Induced Collapse (EIC) sind ein
schaukelnder oder verkrampfter Gang, der Hund wirkt steifbeinig.
Erkrankte Hunde entwickeln schon nach 5 - 15 Minuten Anstrengung (z. B.
beim Training oder bei starkem Stress) eine Muskelschwäche und
kollabieren.
Bei den meisten Hunden ist vor allem die Hinterhand betroffen, bei
manchen setzt sich die Schwäche auch bis zu den Vorderläufen fort und
führt somit zum Festliegen. Während eines Kollaps sind die Hunde
meistens bei Bewusstsein, je nach Schweregrad der Erkrankung kann es
aber auch vorkommen, dass sie desorientiert oder vorübergehend
bewusstlos sind.
EIC kann jahrelang unentdeckt bleiben, wenn der Hund keinem
anspruchsvollen Training oder starkem Stress ausgesetzt ist.
EIC: Die Mutation und der Erbgang
Die dem Defekt zugrundeliegende Mutation im DNM1-Gen kann mittels eines
DNA-Test nachgewiesen werden.
EIC wird autosomal-rezessiv vererbt. Das bedeutet, dass ein Hund nur
erkrankt, wenn er je ein betroffenes Gen von Vater und Mutter erhalten
hat. Es müssen also sowohl Vater- als auch Muttertier das mutierte Gen
tragen.
Träger, d.h. Tiere mit nur einem betroffenen Gen, können zwar selbst
nicht erkranken, geben aber die Erbanlage mit einer Wahrscheinlichkeit
von 50% an ihre Nachkommen weiter. Bei der Verpaarung von zwei Trägern
besteht die Gefahr, daß die Nachkommen von der Erkrankung betroffen
sind. Deshalb sollte niemals ein Träger mit einem anderen Träger
verpaart werden.
EIC folgt einem autosomal rezessivem Erbgang. Es gibt drei
Genotypen:
1. Genotyp N/N (homozygot gesund): Dieser Hund trägt die Mutation nicht
und hat ein extrem geringes Risiko an EIC zu erkranken. Er kann die
Mutation nicht an seine Nachkommen weitergeben.
2. Genotyp N/EIC (heterozygoter Träger): Dieser Hund trägt eine Kopie des mutierten Gens. Er hat ein extrem geringes Risiko an EIC zu erkranken, kann die Mutation aber mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 % an seine Nachkommen weitergeben. Ein solcher Hund sollte nur mit einem EIC mutationsfreien Hund verpaart werden.
3. Genotyp EIC/EIC (homozygot betroffen): Dieser Hund trägt zwei Kopien des mutierten Gens und hat ein extrem hohes Risiko an EIC zu erkranken. Er wird die Mutation zu 100 % an seine Nachkommen weitergeben und sollte nur mit einem EIC mutationsfreien Hund verpaart werden.
Mehr als 80% aller Hunde mit dem Genotyp EIC/EIC zeigen im Alter von
3 Jahren bereits die typischen Anzeichen von EIC und hatten mindestens
einen Kollaps. Auch bei Hunden mit dem Genotyp N/EIC oder N/N können
ähnliche Symptome auftreten, diese haben jedoch meist eine andere
Ursache. Zum Beispiel äußert sich auch die Centronukleäre Myopathie
(CNM, HMLR) durch Muskelschwäche und steifen Gang, dies kann mit dem
HMLR-Gentest überprüft werden.
EIC: Der DNA Test
Ein DNA Test ermöglicht den direkten Nachweis der verantwortlichen
Mutation. Die DNA-Analyse ist unabhängig vom Alter des Tieres möglich
und kann bereits bei Welpen durchgeführt werden. Es ist nicht nur eine
Unterscheidung von betroffenen und mutationsfreien Tieren möglich, mit
Hilfe des Gentests können auch klinisch unauffällige Träger
identifiziert werden, was für die Zucht von großer Bedeutung ist.
Um eine maximale Testsicherheit zu bieten, erfolgt die Untersuchung jeder Probe in zwei voneinander unabhängigen Testansätzen.
Weitere Auskünfte erhalten Sie gerne bei
Frau Dr. Petra Kühnlein oder Frau Dr. Ines Langbein-Detsch
LABOKLIN GmbH und Co.KG
Steubenstraße 4
D-97688 Bad Kissingen
Tel. 0971 /72020 oder Fax: 0971 / 7202995



